Informationen zu Nitrat im Grundwasser

Die höchsten Nitratgehalten des oberflächennahen Grundwassers werden in Rheinland-Pfalz mit 200 bis 350 mg/L an Messstellen in den Gemüseanbaugebieten um Frankenthal und Ludwigshafen gemessen. In diesem Raum sind alle hinsichtlich des Nitrateintrages als ungünstig zu bewertende Kriterien anzutreffen:

  • sandige Lehmböden
  • ungünstige Schutzwirkung der Deckschichten
  • geringes Nitratrückhaltevermögen der Boden
  • geringer Grundwasserflurabstand und geringes Grundwassergefälle
  • sandig, kiesiger Porengrundwasserleiter mit einem Hohlraumanteil von 10-15%
  • geringe Grundwasserneubildungsrate von nur etwa 100mm/a
  • sehr geringe Grundwasserfließgeschwindigkeit und damit verbunden sehr geringe Grundwasseraustauschrate

Ebenfalls deutlich erhöhte Nitratwerte sind in den Wein- und Obstbaugebieten am Haardtrand bzw. in der Rheinhessischen Rheinniederung festzustellen. Auch hier können punktuell 200 mg/L Nitrat im oberflächennahen Grundwasser leicht erreicht werden. Das rheinhessische Plateau, die südliche Vorderpfalz, das untere Nahetal und das Moseltal, Teile des Bitburger Landes, das Pellenzer Feld und das Maifeld westlich von Koblenz sowie das Neuwieder Becken bilden weitere Schwerpunkte der Nitratbelastungen (s. beigefügte Nitratkarte), wenngleich in diesen Gebieten das Nitrat bei Weitem nicht die Spitzenwerte wie im Gemüseanbau erreicht. So sind z. B. in der Westeifel bei relativ hohen Niederschlägen und relativ hoher Grundwasserneubildung unter landwirtschaftlichen Nutzflächen Nitratwerte von „nur“ bis zu 70mg/L anzutreffen.

Die Entwicklung der Nitratbelastung des oberflächennahen Grundwassers zeigt in der Fläche bislang keine signifikante Tendenz. Neben lokal fallenden Werten sind auch steigende Konzentrationen festzustellen. Im Allgemeinen überwiegen an den Messstellen jedoch gleichbleibende Belastungen. Von 120 beobachteten Trendmessstellen zeigen 21% eine fallende, aber 18% auch eine steigende Tendenz. Hier bedarf es verstärkter Anstrengungen um zukünftig die von der EU vorgegebenen Qualitätsnormen zu erreichen. Hohe Grundwasserflurabstände, langsamen Fließgeschwindigkeiten des Grundwassers und regional sehr niedrige Grundwasserneubildungsraten setzten dem schnellen Erfolg eingeleiteter Maßnahmen zur Minderung der Nitrateinträge in das Grundwasser jedoch natürliche Grenzen.

Neben Rheinhessen stellen Teile der Vorderpfalz, das untere Nahetal und das Moseltal, Teile des Bitburger Landes, das Pellenzer Feld und das Maifeld westlich von Koblenz sowie der Saargau und die Hochflächen des Pfälzer Westrich weitere Schwerpunkte der Nitratbelastungen dar.

Insbesondere in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen können dabei Nitratkonzentrationen im Grundwasser von über 200 mg/l auftreten.