Gewässergüte

Zur Gewährleistung der Gewässerqualität ist eine Überwachung der Oberflächengewässer (Bäche, Flüsse und Seen) erforderlich. In Rheinland-Pfalz waren bis zu Beginn der 80er Jahre noch über 30 Prozent der Oberflächengewässer in Folge fehlender oder unzureichender Abwasseranlagen stark oder übermäßig verschmutzt (Güteklassen III bis IV). Flora und Fauna der Gewässer waren entsprechend stark beeinträchtigt.

Der Gewässerzustandsbericht 2010 (s. Infobox rechts) zeigt auf, dass sich die Gewässergüte in den letzten Jahrzehnten stark verbessert hat. Dies zeigt sich auch durch eine größere Artenvielfalt bei Kleinstlebewesen und Fischen. So bietet der Lebensraum im und am Gewässer wieder Heimat für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Allein im Rhein werden heute mehr als 60 Fischarten und ca. 300 Kleintierarten gezählt. Sogar Lachs und Meerforelle sind wieder zu finden. Trotzdem bleibt noch viel zu tun: Rund 70 Prozent der Fließgewässer weisen noch keinen guten ökologischen Zustand auf. Die neue Bewertung nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nutzt Kleintiere der Gewässer, Fische und Wasserpflanzen als Indikatoren für den Gewässerzustand. Erst wenn sich die Lebewesen der Gewässer im Gewässer wohl fühlen, wird dem Gewässer ein guter ökologischer Zustand bescheinigt. Durch Maßnahmen in der Gewässerreinhaltung und Verbesserungen der Struktur der Gewässer sowie Herstellen ihrer Durchgängigkeit werden die Bäche und Flüsse ökologisch aufgewertet.

In Rheinland-Pfalz werden heute an 110 Messstellen chemische Gewässerproben entnommen; an 1000 Messpunkten werden biologische Untersuchungen durchgeführt. An Rhein, Mosel, Saar, Nahe und Lahn sind Flusswasser-Untersuchungsstationen rund um die Uhr in Betrieb. Die Daten können über das Geoportal Wasser abgefragt werden. Zusätzlich überwacht das Mess- und Untersuchungsschiff MS Burgund die schiffbaren rheinland-pfälzischen Gewässer.