Niederschlagswasserbewirtschaftung

Anfang der 90er Jahre fand ein Umdenken der bisher gängigen Vorgehensweise, Niederschlagswasser zusammen mit behandlungs-bedürftigem Schmutzwasser in sogenannten Mischwassersystemen abzuleiten, statt. Mit dem Begriff "Niederschlagswasserbewirtschaftung" wurde die neue Konzeption eines naturnahen Umgangs mit Niederschlagswasser beschrieben, mit dem Ziel, insbesondere das natürliche Gleichgewicht des Wasserkreislaufs möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Um diese Entwicklung zu unterstützen und zu forcieren, wurden die allgemeinen Grundsätze des Wasserhaushaltsgesetzes und des rheinland-pfälzischen Landeswassergesetzes im Jahre 1995 ergänzt: Sie enthalten nun konkrete Ausführungen zum Umgang mit dem Niederschlagswasser.

Die von der Landesregierung Rheinland-Pfalz vertretene und geförderte Konzeption führt zu einfachen, naturnahen Lösungen. Die drei zentralen Bausteine des rheinland-pfälzischen Stufenmodells lauten:

1.  "Vermeidung abflusswirksamer  Flächen"

2. "Dezentrales Zurückhalten, Verdunsten

und Versickern"

3.  "Verzögertes Ableiten, zentrales Rückhalten

und Versickern bzw. Verdunsten"

 

In jedem Einzelfall gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Umsetzung einer ökologischen Niederschlagswasserbewirtschaftung. Durch die Kombination verschiedenster Einzelmaßnahmen, die sich aus den genannten drei Bausteinen ableiten, entstehen individuell angepasste, moderne Entwässerungskonzepte.

Ausgeführte Beispiele

Die Darstellung gelungener Projekte aus Wohnbaugebieten,  Gewerbegebieten als auch um Einzelprojekte öffentlicher und privater Bauträger sowie weitergehende Informationen zur „Niederschlagswasserbewirtschaftung" bildet den Schwerpunkt der im Juli 2000 (2. Auflage 2004) vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten herausgegebenen Broschüre "Naturnaher Umgang mit Niederschlagswasser, Konzeption und ausgeführte Beispiele".

Die Broschüre können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen.

Überflutungsschutz bei Starkregenereignissen

Starkregenereignisse können große Schäden zur Folge haben. Im Gegensatz zu großräumigen Hochwasserereignissen können Überflutungen durch lokale Starkregenereignisse sehr viel schneller zu örtlichen Überschwemmungen führen. Aufgrund des Klimawandels können solche Ereignisse zukünftig häufiger auftreten. Ort und Zeitpunkt sind nur schwer prognostizierbar. Es können auch Örtlichkeiten betroffen sein, bei denen noch nie oder schon lange keine Überschwemmung aufgetreten ist. Vor diesem Hintergrund hat eine rheinland-pfälzische/baden-württembergische Arbeitsgruppe den Leitfaden „Starkregen - Was können wir tun? erarbeitet. Ziel ist es, die Kommunen zu sensibilisieren und eine Handreiche für eine Gefährdungsabschätzung sowie Vorschläge für Vorsorgemaßnahmen zu geben. Der Leitfaden, der von der Universität Kaiserslautern im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten erarbeitet wurde steht hier zum Download bereitsteht.

Weitere Information finden sie im Kapitel Hochwasserschutz /Starkregen.