Abwasserbehandlung

In Rheinland-Pfalz wird das Abwasser in 672 kommunalen Anlagen mit einer Gesamtausbaukapazität von etwa 7,2 Mio. Einwohnerwerten behandelt.

Die Kläranlagenstandorte in Rheinland-Pfalz können Sie über die nebenstehende Karte abrufen.

Die größten kommunalen Kläranlagen befinden sich in Mainz (Ausbaugröße 400.000 EW), Koblenz (Ausbaugröße 320.000 EW) und Kaiserslautern (Ausbaugröße 210.000 EW). Das Abwasser der Stadt Ludwigshafen sowie angrenzender Gemeinden (Ausbaugröße rd. 300.000 EW) wird in der Kläranlage der Firma BASF behandelt und in den Rhein eingeleitet.

Auch zukünftig wird es fortlaufend Bedarf an baulichen, verfahrenstechnischen, betrieblichen und organisatorischen Optimierungsansätzen im Bereich der Abwasserbehandlung geben. Aufgrund der Altersstruktur der kommunalen Kläranlagen in Rheinland-Pfalz, rd. 12 % der Anlagen haben ein Alter von mittlerweile 30 Jahren, wird auch die Sanierung bzw. Erneuerung vorhandener Abwasserbehandlungsanlagen kontinuierlich betrieben werden.

Weitergehende Phosphor-Elimination

In Rheinland-Pfalz konnten in den letzten Jahren die Gesamtphosphoreinträge (Pges) aus kommunalen Kläranlagen um rund die Hälfte reduziert werden. Die Anforderungen der Abwasserverordnung des Bundes werden sicher eingehalten bzw. die Anforderungen gehen häufig bereits über diese hinaus.

Für das Erreichen des guten ökologischen Zustands der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) kann es allerdings aufgrund eines hohen Nutzungsdruckes und der örtlichen Randbedingungen erforderlich sein, die Phosphor - Belastung aus Kläranlagen weiter zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Schwerpunktgewässerkonzept Phosphor erstellt.

Dazu wurden in einem ersten Schritt zur Aufstellung des zweiten Bewirtschaftungsplanes Gewässer festgelegt, die den guten Zustand der WRRL aufgrund zu hoher Phosphorbelastungen noch nicht erreicht haben und bei denen gleichzeitig die Erfolgsaussichten zur Erreichung des guten Zustandes hoch sind (siehe Karte Schwerpunktgewässerkonzept Teil 1).

Ziel ist es, durch kurz- und mittelfristige Pges-Optimierungsmaßnahmen auf Kläranlagen wie

  • Installation einer 2-Punkt-Fällung
  • Optimierung der Mess-Steuer-Regeltechnik etc.

und Maßnahmen bei der Landwirtschaft den Gewässerzustand zu verbessern.

Zur Umsetzung der EU-WRRL sind allerdings an allen Gewässern, die den guten Zustand aufgrund einer zu hohen Nährstoffbelastung nicht erreichen, die kosteneffizienten Maßnahmen ausschöpfen. Das Schwerpunktgewässerkonzept wird entsprechend fortgeschrieben.

Klärschlamm

Durch die Entwässerung und Trocknung wird die zu behandelnde bzw. zu entsorgende Klärschlammenge merklich reduziert. Dies bringt Vorteile für den Transport und die Entsorgung bzw. Verwertung des Klärschlamms selbst. Eine Trocknung ist zudem Grundvoraussetzung für eine thermische Verwertung von Klärschlamm. Die Nutzung der Abwärme von Klärgas- Blockheizkraftwerken zur Trocknung bietet dabei ein wichtiges Potential.

Innovative Fallbeispiele werden hier dargestellt.